Bactridium flavum
Incertae sedis
© N. Van Vooren
Gibellula pulchra
Sordariomycetes, Hypocreales
© N. Van Vooren
Umbilicaria crustulosa
Lecanoromycetes, Umbilicariales
© O. Gonnet
Trapelia coarctata
Lecanoromycetes, Trapeliales
© O. Gonnet
Thelidium papulare
Eurotiomycetes, Verrucariales
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Usnea intermedia
Lecanoromycetes, Lecanorales
© O. Gonnet
Synalissa ramulosa
Lichinomycetes, Lichinales
© O. Gonnet
Seirophora villosa
Lecanoromycetes, Teloschistales
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Rinodina mniaraea
Lecanoromycetes, Caliciales
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Sarcoleotia globosa
Geoglossomycetes, Geoglossales
© N. Van Vooren
Placynthiella icmalea
Lecanoromycetes, Trapeliales
© O. Gonnet
Phaeophyscia orbicularis
Lecanoromycetes, Caliciales
© O. Gonnet
Podosphaera fusca
Leotiomycetes, Erysiphales
© N. Van Vooren
Pertusaria pertusa
Lecanoromycetes, Pertusariales
© O. Gonnet
Pectenia plumbea
Lecanoromycetes, Peltigerales
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Pyrenula chlorospila
Eurotiomycetes, Pyrenulales
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Rhizocarpon geographicum
Lecanoromycetes, Rhizocarpales
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Lichina pygmaea
Lichinomycetes, Lichinales
© O. Gonnet
Caloscypha fulgens
Pezizomycetes, Pezizales
© N. Van Vooren
Lepra amara
Lecanoromycetes, Pertusariales
© O. Gonnet
Spathularia flavida
Leotiomycetes, Rhytismatales
© N. Van Vooren
Lecidea confluescens
Lecanoromycetes, Lecideales
© O. Gonnet
Catinella olivacea
Leotiomycetes, Helotiales
© N. Van Vooren
Lecanora chlarotera
Lecanoromycetes, Lecanorales
© O. Gonnet
Lasallia pustulata
Lecanoromycetes, Umbilicariales
© O. Gonnet
Graphis scripta
Lecanoromycetes, Ostropales
© O. Gonnet
Hyalorbilia inflatula
Orbiliomycetes, Orbiliales
© N. Van Vooren
Chaenotheca chrysocephala
Coniocybomycetes, Coniocybales
© O. Gonnet
Elaphomyces muricatus
Eurotiomycetes, Elaphomycetales
© N. Van Vooren
Candelariella vitellina
Candelariomycetes, Candelariales
© O. Gonnet
Bulgaria inquinans
Leotiomycetes, Phacidiales
© N. Van Vooren
Caloplaca aurantia
Lecanoromycetes, Teloschistales
© O. Gonnet
Calicium salicinum
Lecanoromycetes, Caliciales
© O. Gonnet
Alyxoria culmigena
Arthoniomycetes, Arthoniales
© O. Gonnet
Taphrina pruni
Taphrinomycetes, Taphrinales
© B. Rivoire
Verpa bohemica
Pezizomycetes, Pezizales
© N. Van Vooren

Die Ascomycota (Ascomyceten, Schlauchpilze) bilden eine eigene Abteilung im Reich der Pilze. Es handelt sich um nicht fortbewegungsfähige, zelluläre Organismen, deren Struktur sich aus so genannten Hyphen zusammensetzt. Sie bilden ihre Komponenten durch Absorption oder Austausch (Heterotrophie) und vermehren sich mittels Sporen. Nach heutigem Kenntnisstand sind die Ascomyceten mit ca. 57000 identifizierten Arten, die sich auf ca. 6100 Gattungen verteilen, die artenreichste Pilzgruppe überhaupt. Von den Basidiomycota (Basidiomyceten, Ständerpilze) unterscheiden sie sich durch den Ascus (Schlauch), jenes Organ, in dem sich die Sporenbildung vollzieht. Der Ascus ist in der Regel röhren- oder sackförmig, seltener auch rund oder annähernd rund. Viele Ascomyceten entwickeln darüber hinaus ein asexuelles Stadium (Anamorphe), bei dem ohne Asci sogenannte Konidien (Konidiosporen) gebildet werden. Morphologisch gibt es bei den Ascomyceten die unterschiedlichsten Erscheinungsformen: Schimmel, Hefen oder „Ascoma“ (Mz.: „Ascomata“), wobei unter letzterem im Allgemeinen „fleischige“ Fruchtkörper verstanden werden.

Die erstaunliche Formen und Farbenvielfalt der Schlauchpilze ist, auch abgesehen von bekannten, charakteristischen Arten wie Morcheln und Trüffeln, enorm. Hinzu kommt, dass die überwiegende Mehrheit der Flechten (Lichenes), bei denen es sich um Lebensgemeinschaften zwischen einem pilzlichen Organismus und einem von diesem gleichsam „eingefangenen“, zur Photosynthese befähigten Organismus (Algen oder Cyanobakterien) handelt, ebenfalls zu den Ascomyceten zählt.
Die traditionelle Klassifikation der Schlauchpilze, die auf (makro)morphologischen Kriterien und charakteristischen Mikromerkmalen beruhte, ist seit einiger Zeit aufgrund neuer, molekularbiologischer Untersuchungsmethoden (z. B. der Genanalyse) großen Veränderungen unterworfen. Dieser so genannte phylogenetische Ansatz hat zum Ziel, Taxa mithilfe vergleichender Analysen von Gensequenzen zu identifizieren und daraus ihre verwandtschaftlichen Beziehungen abzuleiten.

Phylotree
Fig. 1 − Phylogenetischer Baum der Pilze (Auszug aus Choi & Kim, 2017).

Nach den uns gegenwärtig vorliegenden Forschungen (s. Literaturangaben) werden die Ascomyceten derzeit wie folgt unterteilt:

 

TAPHRINOMYCOTINA

Dieser Zweig umfasst unterschiedliche Pilzgruppen, die aus folgenden Klassen bestehen:

 

  • Neolectomycetes: Einziger Vertreter dieser Gruppe ist die Ascomata bildende Gattung Neolecta.
  • Pneumocystidomycetes und Schizosaccharomycetes sind Hefen, die sich durch Zellteilung fortpflanzen. Die erstgenannten sind Parasiten.
  • Taphrinomycetes: Die Pilze in dieser Klasse bilden zwei sukzessive Stadien – ein Hefestadium und ein Hyphenstadium. Es handelt sich um Pflanzenparasiten, bei denen die Asci unmittelbar auf dem befallenen Wirt entstehen.
  • Archaeorhizomycetes sind Bodenpilze, die neuerdings mithilfe der DNA-Sequenzierung identifiziert werden können. Sie stehen in Verbindung mit Wurzeln.

 

 

SACCHAROMYCOTINA
Diese Gruppe besteht aus Hefen, die sich durch Knospung vermehren. Sie enthält nur eine Klasse, die Saccharomycetes.

 

 

PEZIZOMYCOTINA
Dies ist die Gruppe mit der größten bisher bekannten Artenzahl. Die überwiegende Mehrheit ihrer Vertreter bildet Ascomata. Obwohl in den 13 Klassen eine enorme Variabilität herrscht, verfügen sie über eine Reihe gemeinsamer mikroskopischer Merkmale.

 

  • Arthoniomycetes enthalten nur eine einzige Ordnung, die Arthoniales, und sind ausnahmslos lichenisiert. Thalli sind kaum entwickelt, die Apothezien sind im Thallus eingebettet und kaum hervortretend. Meistens bilden sie mehr oder weniger lang gestreckte Lirellen. Die im Küstenbereich auftretende Gattung Roccella besitzt allerdings einen fruticosen (strauch- oder korallenartigen) Thallus. Insgesamt gibt es an die 1600 Arten.
  • Coniocybomycetes: Nur eine Ordnung, die Coniocybales, die durch Krustenflechten repräsentiert wird.
  • Dothideomycetes: Sie umfassen mehr als 20 000 Arten unterschiedlichster Gestalt und Entwicklungsformen. Einige Gattungen sind vor allem dehalb bekannt, weil sie Erreger von Pflanzenkrankheiten sind. Einige Arten werden aus Traditionsgründen noch wie früher zu den „Pyrenomyceten“ bzw., spezieller, den Loculoascomyceten gerechnet. Als gemeinsame Merkmale besitzen sie stromatische Ascomata, die aus einer „Loculus“ genannten Höhlung herauswachsen, und bitunicate Asci. Die Sporen werden durch das Aufreißen der äußeren Ascuswand freigesetzt.
  • Eurotiomycetes: In diese ziemlich heterogene Gruppe gehören neben Schimmelpilzen und Hefen auch einige Arten mit Ascomata, bei denen es sich entweder um Cleistothezien oder Perithezien handelt. Auch zwei Ordnungen lichenisierter Pilze (endosubstratische Thalli mit Perithezien) sind hier untergebracht. Gemeinsam sind ihnen sehr dünnwandige, flüchtige Asci. Die Klasse umfasst an die 3500 Arten.
  • Geoglossomycetes: Sie setzen sich aus im Normalfall keuligen Arten mit inoperculaten, unitunicaten Asci und langgestreckten, mehrfach septierten Sporen zusammen. Ungefähr 60 Arten. Von Jaklitsch et al. (2017) wird diese Klasse nicht anerkannt.
  • Laboulbeniomycetes: Winzige äußerliche Parasiten von Arthropoden, insgesamt annähernd 2000 bekannte Arten.
  • Lecanoromycetes: Sie umfassen mit mehr als 13500 Arten in über 70 Familien mehr als 90 Prozent der Ascolichenen und stellen damit die größte Flechtengruppe dar. Ihre Ascomata tragen Apothezien, die bisweilen mehr oder weniger geschlossen sind und von perithezioider Gestalt, nie jedoch echte Perithezien. Die Sporenfreisetzung erfolgt im Allgemeinen durch ein Rostrum.
  • Leotiomycetes: Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um jene kleinen meist scheiben-, kissen- oder becherförmigen Arten, die manchmal als „inoperculate Discomyceten“ bezeichnet werden. Andere Gruppen wie die Mehltaue werden ebenfalls dieser Klasse zugerechnet; ihre Phylogenie ist aber noch nicht stabil. Sie umfasst ungefähr 6000 Arten.
  • Lichinomycetes: Nur eine einzige Ordnung, Licheniales. Diese Pilze sind mit Cyanobakterien (Nostoc, Stigonema, Calothrix) assoziiert sind und haben krusten-, blatt- oder strauchförmige, meist schwarze Thalli. Es gibt ungefähr 300 Arten.
  • Orbiliomycetes: Die Klasse umfasst eine Gruppe kleiner, scheibenförmiger, durchscheinender Pilze, deren gemeinsames Merkmal ein refraktiver (lichtbrechender) cytoplasmatischer Einschluss („Sporenkörper“, SB) in den Sporen ist. Über 450 Arten.
  • Pezizomycetes: Dies sind die „operculaten Discomyceten, d.h. Ascomyceten mit Apothezien, deren Sporen apikal durch eine Art Ventil mit einem „Deckel“ (Operculum) freigesetzt werden. An die 1700 Arten sind derzeit bekannt.
  • Sordariomycetes: Zu dieser Klasse gehört der größte Teil der früher als „Pyrenomyceten“ bezeichneten Pilze, also Ascomata mit einem sichtbaren Perithecium oder eingeschlossen in ein Stroma. Die Asci sind unitunicat. Insgesamt über 10000 Arten.
  • Xylonomycetes: Nur eine Ordnung, die Xylenomycetales mit einer einzigen Gattung (Xyloma), gekennzeichnet durch Pyknidien und asexuelle Entwicklung.

 

Literaturangaben

Choi J.J., Kim S.H. 2017. A genome Tree of Life for the Fungi kingdom. Proceedings of the National Academy of Sciences, 114 (35): 9391-9396. doi: 10.1073/pnas.1711939114
Jaklitsch W., Baral H.-O., Lücking R., Lumbsch T.H. 2016. Ascomycota. In: Frey W. (ed). Syllabus of Plant Families. 23rd edn. Borntraeger Science Publishers, Stuttgart.
Lücking R., Hodkinson B.P., Leavitt S.D. 2017. The 2016 classification of lichenized fungi in the Ascomycota and Basidiomycota – Approaching one thousand genera. The Bryologist, 119 (4): 361-416. doi: 10.1639/0007-2745-119.4.361
Spatafora J.W., Aime M.C., Grigoriev I.V., Martin F., Stajich J.E., Blackwell M. 2017. The Fungal Tree of Life: from Molecular Systematics to Genome-Scale Phylogenies. Microbiology Spectrum, 5 (5): 1. doi: 10.1128/microbiolspec.FUNK-0053-2016
Wijayawardene N.N. et al. 2017. Notes for genera: Ascomycota. Fungal Diversity, 86 (1): 1-594. doi: 10.1007/s13225-017-0386-0